Mode
Fashion Lexikon

Ist das die neuste Mode? Von wegen!

Die Fashion Weeks lehren uns Jahr um Jahr, was Mode ist und was nicht. Doch weiß eigentlich irgendjemand der großen Modeschöpfer, was Mode WIRKLICH ist und woher sie kommt? Wir schon. Los geht´s.

Die Herkunft der Mode

Mode um 1640

Dame am Spinett (1630-1640), Quelle: Wikipedia „Dame am Spinett“ (21.09.2016), Maler: Jan Miense Molenaer

Das Grimmsche Wörterbuch gibt an, der Begriff „Mode“ (vermutlich vom Lateinischen „modus“ für „Art und Weise“) tauche im 15. Jahrhundert zuerst im Französischen auf. Gemeint sei damit „die dem wechselnden Geschmack unterworfene Art sich zu kleiden“. Bereits im 16. Jahrhundert habe sich eine Abwandlung des französischen Begriffs in den Niederlanden durchgesetzt.

Frankreich gewann im Laufe der Zeit mehr und mehr an Bedeutung: In der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts war der absolutistische Staat zu einer Großmacht avanciert, die auch den Ton in Sachen Kultur angab. Alle Herrscher Europas eiferten dem französischen Vorbild nach. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation wurde ab circa 1628/1630 von Kleidung „à la mode“ gesprochen und damit vor allem eine Übertreibung der französischen Mode bezeichnet: Vereinzelte Flugblätter richteten sich sogar voller Spott gegen neuartige Auswüchse der gewohnten französischen Tracht.

Es gab sie also von Anfang an: Die begeisterten Modefans und die Trendgegner, die mit Müh und Not versuchten, jede Art von modischer Kreativität zu verhindern.

Gegen die Mode der Zeit

Ein Versuch, modische Neuerungen zu unterbinden, waren die sogenannten Kleiderordnungen. Bereits vor der Entstehung des Wortes „Mode“ – vom Altertum bis Ende des 18. Jahrhunderts – wurde der modische Alltag von Gesetzen und Vorstellungen einiger Weniger geregelt. In erster Linie dienten diese Kleiderordnungen der optischen Unterstreichung der vorgegebenen Standesunterschiede sowie der Umsetzung christlicher und moralischer Werte. Durch die teilweise rigiden Verbote und Vorschriften wurde jedoch gleichzeitig auch die Mode der Zeit bestimmt. Eine Kleiderordnung von 1356 legte so beispielsweise fest, dass Frauen in Speyer kein lang herabfallendes, offenes Haar tragen durften.

Kleiderordnung, Arensberg 6. September 1765

„Geschärftes Edict in Betref der Kleider-Ordnung“ Arensberg 6. September 1765, Quelle: Wikipedia „Kleiderordnung“ (21.09.2016), Maximilian Friderich, Erz-Bischof zu Cölln

Nein, Speyer ist keine Stadt im Nahen Osten. Vielleicht sollten wir uns bei manchen Diskussionen der heutigen Zeit doch einmal kurz auf unsere eigene Vergangenheit besinnen, als Frauen noch „unter die Haube“ kamen und als Verheiratete ihr Kopfhaar zu bedecken hatten, weil dies sonst als zu aufreizend galt. Ja, die Modepolizei von damals hatte klare Vorstellungen, doch natürlich gab es auch schon damals echte Rebellen: keine Regel ohne Verstöße.

Und heute? Kleiderordnungen sind mit der strengen Aufteilung der Gesellschaft verschwunden. Oder doch nicht?

Schon mal versucht, mit Jeans und Schlapper-Shirt in den neuen Schickimicki-Club in der City zu kommen?

Warum denn der ganze (Mode)Zirkus?!

Das Bemalen, Bekleiden und Schmücken des eigenen Körpers ist ein Urtrieb der Menschen: Der Drang nach Geltung, Nachahmung, Imponieren und Schmuck ist ursprünglich. Der Mensch ist kein Einzelwesen und daher in hohem Maße daran interessiert, seine sozialen und im Lauf der Geschichte zunehmend finanziellen Unterschiede zum Gegenüber hervorzuheben. Durch Mode bzw. Kleidung wird der Zeitgeschmack eines Selbst und einer Gruppe von Individuen ausgedrückt. Als Schutz gegen die Natur war Mode eigentlich nicht zwingend nötig, da der Mensch dieser einst sehr gut angepasst war. (Quelle: Ingrid Loschek, Reclams Mode- und Kostümlexikon, 2011)

Es ist, wie es ist: Wir sind alle eitel und drücken über unsere Mode eine bestimmte Lebens- und Denkweise aus. Heißt also: Zeig mir deinen Pulli und ich sage dir, wer du bist.

Merken

Merken

Merken

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN...

KEINE KOMMENTARE

    KOMMENTAR HINZUFÜGEN