Indianer mit Leggings
Fashion Lexikon

Leggings. Die Geschichte einer Modesünde

Die Leggings ist eine beliebte Ergänzung zu Longpullis, Hot Pants oder Kleidern und gilt als der perfekte Jogging-, Yoga- oder Pilatesbegleiter. Sie ist ein mehr oder weniger gern gesehener Gast im Mode-Olymp, der in allen erdenklichen Farben und Mustern getragen wird: Schwarz, Rot, Metallic… mit Punkten, Streifen und Blumen.

Die Herkunft der Leggings

Mit Sicherheit würden einige moderne Sportmarken die Erfindung der bequemen Beinbekleidung gern für sich beanspruchen. Aber, der Ursprung der Leggings geht zurück in die Frühe Neuzeit. Eine erste Erwähnung findet der Beinschutz in einem Kassenbuch aus dem 17. Jahrhundert: Ein marokkanischer Schneider fertigte laut Aufzeichnung Leggings für südspanische Märkte an. Außer in Europa wurde diese Bekleidung in verschiedenster Gestaltung auch von Männern (und Frauen) in Asien und Nordamerika getragen.

Indianer mit Tigerprint-Leggings?

Nein, natürlich nicht.
Die Ureinwohner Amerikas trugen  zum Schutz ihrer Beine („legs“) beim Reiten beispielsweise zwei Überzieher aus Leder. Diese wurden allerdings nicht wie eine Hose in der Mitte zusammengenäht, sondern jeweils seitlich am Gürtel befestigt. Wahrscheinlich sollte mit der Aussparung der Abrieb beim Reiten verhindert werden. Der Rest wurde mit einem Tuch verdeckt, das ebenfalls am Gürtel verankert war.
Diese Frühform der Leggings half vor allem bei Kälte oder schützte vor Dornen: Bald wurde sie von anderen Völkern adaptiert und diente vor allem als Bekleidung für Männer, die teilweise auch über den Hosen getragen wurde („Chaps“ der Cowboys).

Sportliche Leggings

Sportleggings

Als eine Art Gymnastikhose etablierte sich der Beinschutz übrigens erst im 20. Jahrhundert. Beim Radfahren, für Gymnastik, Ballett überzeugte die Leggings mit ihrer Bequemlichkeit und Beweglichkeit. Je nach Material hielt sie die Muskeln warm und unterstützte die Regulierung der Körpertemperatur. Heute gibt es eine unglaubliche Fülle an Materialien, im Sport werden vor allem Stoffe auf Lycra- oder Nylonbasis verwendet.

Leggings im Freizeit-Look

Beim Begriff „Leggings“ denken manche vielleicht abfällig an die metallic-farbenen Stegleggings der 80er – eine Variante des Freizeitlooks, der schließlich Ende des 20. Jahrhunderts  Einzug erhielt. Die Leggings war nun für kurze Zeit im Alltag angekommen und wurde vor allem in knalligen Farben getragen und mit verschiedensten Outfits kombiniert.

Die 2000er

Das Revival der alsbald verschmähten Beinmode erfolgte in den frühen 2000ern: Seit 2006 werden Leggings wieder gern getragen. Mit Röcken, Hot Pants oder Kleidern veredelt und in ihrer Form weiterentwickelt: Mittlerweile gibt es bereits „Treggings“ (hautenge Hosen) oder „Jeggings“ (eng anliegende Jeans).

Männerleggings

Doch, ob die Leggings je wieder zu ihren Ursprüngen zurückkehren und Männer bei gefährlichen Abenteuern schützen wird? Wohl eher nicht.

Dabei wäre es doch so nett, einem Berliner Cowboy bei seiner Arbeit zuzusehen… oder?

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